9. Interaktion der Eltern

By 5. Februar 2016Allgemein

… kurzfristig dachte ich nur: Hört denn das nie auf? Bis vor ein paar Tagen fühlte sich Max in seiner neuen Klasse sehr wohl und war von allen Kindern – so schien es –akzeptiert. Die meisten PädagogInnen waren sehr bemüht und integrierten Max gut in die Klasse. Es war der erhoffte Neustart, der durch die Entscheidung für einen Interessensschwerpunkt automatisch nach der 2. Klasse erfolgte.

Nach vielen Telefonaten mit PädagogInnen und Eltern kam heraus, dass Geralds Eltern schon seit einigen Wochen versuchten, andere Eltern für sich zu gewinnen, um Max aus der Klasse zu bekommen. Gründe dafür gab es laut anderer Eltern nicht und es intervenieren auch genau nur drei Elternpaare gegen Max. Für David und mich war es sehr enttäuschend. Zum einen, dass Max das miterleben musste und hautnah mitbekam und zum anderen, dass die Eltern von Gerald uns höflich und verständnisvoll entgegentraten. Es breitete sich wie ein Waldbrand aus und plötzlich fingen auch Kinder an, gegen Max zu werben und sie beschwerten sich in der Gruppe bei der Direktorin über Max. Einige Kinder, die dem nicht auskamen, erzählten zuhause ganz schockiert, was gerade für ein Spiel gegen Max läuft. Es wurde nicht mehr hinter seinem Rücken ausgetragen. Es war offensiv von Eltern gesteuert. Die Direktorin hat zu Max´s Glück die Lage schon längst erkannt und griff ihm gemeinsam mit den PädagogInnen unter die Arme. Sie agierte sehr diplomatisch, mit dem Ziel, diese Vorgehensweise der Eltern zu unterbinden. Die Gründe, warum Max aus der Klasse gemobbt werden sollte, habe ich bis heute nicht herausgefunden. Ich kann die Gründe nur erahnen. Gemeinsam mit den Schulärztinnen und den PädagogInnen fanden viele Gespräche innerhalb weniger Tage statt und alle beteiligten Personen waren sich darüber einig, dass Max dringend geholfen werden musste …

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  • Ich denke, das Grundproblem ist die Angst der Unwissenden. Das kann man weltweit immer wieder beobachten. Im privaten, wie auch im öffentlichen Raum.
    Mögliches Heilmittel: Information. Information. Information. Und die Hoffnung, dass sie ankommt.

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