22. Kein „Erziehungsfehler“…

By 8. Mai 2016Allgemein

…aus so einem banalen Missverständnis entsteht ganz leicht ein großes Spannungsfeld zwischen Max und den PädagogInnen. Für mich persönlich nicht nur ein Missverständnis, sondern auch gleichzeitig eine Anschuldigung, dass mein Ex-Mann und ich in der Erziehung versagt hätten. Mich quälte dieses Gefühl viele Jahre lang, bis ich begann, mir diese unausgesprochenen und unerträglichen Vorverurteilungen nicht mehr so stark zu Herzen zu nehmen. Nicht nur ein Mal war ich froh, in Simon einen zweiten Sohn zu haben, der mit seiner „Normalität“ der Welt beweisen konnte, dass ich mir keine Vorwürfe in der Erziehung machen und gefallen lassen muss. Mit Simon könnte ich jedem zeigen: „Seht ihr, ich kann das sehr wohl. Es liegt nicht an mir.“, „Schaut nur, wie toll Simon ist.“. Aber mir ist durchaus bewusst, dass es nicht Aufgabe von Simon sein kann, ihn auf den Präsentierteller zu heben. Diesen Wunsch habe ich daher unterdrückt. Natürlich bedeutete es für mich eine große Erleichterung, als die Volksschullehrerinnen bemerkten, dass Max Verhalten nicht mit einer mangelnden Erziehung zusammenhing. Der um drei Jahre jünger Bruder Simon trat in der Volksschule den Beweis an.

Leave a Reply