16. Toleranzschwelle

By 26. März 2016Allgemein

Leider oder zum Glück sieht man Max seine Beeinträchtigung nicht an und deshalb verstehen viele Eltern nicht, dass Max einige Hilfestellungen bekommt, die ein gesundes Kind gar nicht benötigt. Max erhält in der Schule Hilfestellung, in dem er z. B. auf einem Computer schreiben kann oder bei Schularbeiten mehr Zeit zum Arbeiten erhält.
Das Verständnis und damit die Toleranzschwelle für diese Erleichterungen sind sehr unterschiedlich. Momentan erreicht das Unverständnis jedoch eine neue und noch nie zuvor da gewesene Dimension. Viele Eltern kommen nicht damit klar, dass Max eine „Sonderbehandlung“ bekommt und würden ihn mit seinen Defiziten lieber in einer Sondereinrichtung sehen als in der Klasse ihrer Kinder. Es gibt auch Eltern, die den Wunsch offenkundig äußern, Max in „einer speziellen Anstalt für derartige Behinderungen“ zu geben. Ich weiß nicht genau, was sie damit eigentlich meinen, finde es aber sehr schade, dass sie so urteilen, obwohl sie Max gar nicht kennen. Sie machen sich erst gar nicht die Mühe, Max zu verstehen und sich mit der Besonderheit auseinander zu setzen. Natürlich ist mein Blickwinkel ein anderer und ich kann nicht einschätzen, ob ich genauso reagieren und handeln würde. Deshalb wäre es anmaßend, jetzt die Bewertung der Eltern zu urteilen.

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