13. Ändern des Blickwinkels

By 3. März 2016Allgemein

… leider gibt es dieses Bauunternehmen nicht, sonst würde ich es heute selbst gerne in Anspruch nehmen. Max kam heute aus der Schule nach Hause und weinte bitterlich. Bis ich von ihm eine Antwort bekam, dauerte es Minuten, die mir wie Stunden vorkamen. Max weinte oft, aber eben schon lange nicht mehr so intensiv wie heute. Das erinnert mich an die vergangenen zwei Schuljahre, in denen Max von anderen Schülern richtig gemobbt wurde.
Schlimm an der Geschichte ist, dass ich die Kinder, die Max sekkierten, teilweise sogar verstehe, da ich als Kind nicht anders war.
Ich fühlte mich stark, wenn ich Marc und Pauli in der Unterstufe ärgern konnte. Es war förmlich eine Genugtuung, diese beiden „seltsamen“ Buben zum Weinen zu bringen.
Heute sehe ich das natürlich mit anderen Augen und aus einem ganz anderen Blickwinkel als damals. Erstens wusste ich damals nicht, was ich getan und damit den beiden Burschen antat. Zweitens wusste meine Mutter nicht Bescheid und konnte daher auch nicht, so wie ich heute, intervenieren.
Ich habe das sehr geschickt gemacht und die LehrerInnen haben mich als brave Schülerin wahrgenommen. Die Bestätigung erhielt ich auch bei unserem Klassentreffen vor rund einem Jahr. Ich habe immer einen positiven Eindruck hinterlassen. Marc erschien erst gar nicht zum Klassentreffen und Pauli ist mir auf immer böse, was ich ihm auch nicht verübeln kann. Nachdem ich Pauli vor einem Jahr als erwachsenen Mann beim Klassentreffen wiedergesehen habe, bin ich mir 100-%ig sicher, dass er auch ein Asperger-Autist ist. Er hat sich tapfer durch die Schule gequält, wie er selbst dazu sagt und seinen Weg gemacht. Wenn ich mich richtig erinnere, dann sagte er, dass er heute als „Oberförster“ arbeite.
Obwohl es für eine Entschuldigung zu spät war, denn die Gemeinheiten saßen und sitzen noch immer tief, freue ich mich sehr für Pauli, dass er sein Leben so gut meistert…

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